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Eine Herzensangelegenheit

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Seit fast 30 Jahren engagiert sich Uschi Bames im Caritasverband für Flüchtlinge und Migranten, die in Stuttgart leben.

 

Über 1800 Beschäftigte hat der Caritasverband für Stuttgart. Dazu kommen hunderte Menschen, die ehrenamtlich für den Verband tätig sind. Oder vielmehr für die Menschen, denen sich die Caritas verpflichtet fühlt. Eine dieser Ehrenamtlichen ist Uschi Bames. Seit beinahe 30 Jahren setzt sich die Stuttgarterin für Menschen ein, die aus anderen Ländern nach Stuttgart gekommen sind. Dafür hat sie 2015 auf Vorschlag der Caritas die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen bekommen.

Es beginnt 1988, als Uschi Bames für ein halbes Jahr nach Indien und in mehrere arabische Länder reist. In Syrien, Pakistan und Ägypten beispielsweise lernt sie ein paar Brocken Arabisch und fühlt sich in diesen Ländern gut aufgehoben. Als sie nach Hause zurückkehrt, hört sie davon, dass in der Niedernauer Straße in Stuttgart eine Flüchtlingsunterkunft eröffnet hat, in der viele Menschen arabisch sprechen. Uschi Bames erinnert sich daran, welch große Gastfreundschaft sie gerade in den arabischen Ländern erfahren hat, und sie interessiert sich für das Thema Flüchtlinge und die Menschen, die nach Stuttgart kommen. Und so steigt die Gymnasiallehrerin ein in die Migrationsarbeit, die sie fortan begleiten soll.

Menschen aus anderen Kulturen integrieren und Verständigung fördern. Darum geht es Uschi Bames bei allem, was sie tut. Sie gibt Kindern Hausaufgabenhilfe, bietet Spielenachmittage an, eröffnet im Ende der 1990er Jahre entstehenden Migrationszentrum in Bad Cannstatt ein internationales Frauencafé, bietet Frauen Deutschunterricht an und ist immer da, wenn Hilfe gebraucht wird. Besonders wichtig ist ihr dabei stets, mit den Menschen auf Augenhöhe zu sein.

Und noch etwas ist der heute 69-Jährigen, die auch im Freundeskreis Neckarpark für die Flüchtlinge in der Mercedesstraße aktiv ist, wichtig. „Ich will nicht nur caritativ tätig sein, sondern mich auch politisch mit dem Thema beschäftigen“, meint Uschi Bames. Dafür hat sie das „Projekt Begleitung“ gegründet, mit dem sie unter anderem für ein Bleiberecht der Sinti und Roma kämpft. Auch ganz konkrete Hilfe bietet das Projekt: So werden Flüchtlinge auf ihre Anhörungen im Asylverfahren vorbereitet, damit sie wissen, was dabei auf sie zukommt. Ein weiteres großes Thema sind für Uschi Bames Abschiebungen, beziehungsweise die aus ihrer Sicht fragwürdige Praxis, durch die „Kinder traumatisiert werden“.

Und was verbindet Uschi Bames mit der Caritas? Auf diese Frage muss die 69-Jährige lachen. Anfangs nämlich war es nicht viel mehr als der Zufall. Denn zunächst ist die Flüchtlingsunterkunft in der Niedernauer Straße eine Einrichtung der AWO, die dann von der Caritas übernommen wird – und Uschi Bames mit ihr. Dass der Zufall sie zum Caritasverband gebracht hat, weiß Uschi Bames aber längst zu schätzen. Denn die Caritas-Mitarbeiter leisten aus ihrer Sicht „wirklich eine gute Arbeit. Das sind ganz tolle und engagierte Menschen“. Auch in ihrer Tätigkeit als Ehrenamtliche fühlt sich Uschi Bames beim Verband gut aufgehoben.

 

Caritas vor Ort 01/2017

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1917

5. Juni: Auftrag zur Errichtung eines Caritassekretariats für Stuttgart durch Bischof Paul Wilhelm von Keppler

1933

Bis 1933: Auskunftsstelle für deutsche Auswanderer, Beginn der Jugendfürsorge, Sammlungen für Arbeitslose.
Ab 1933: Caritas im Zuge der Gleichschaltung als Teil der nationalsozialistisch organisierten Volkswohlfahrt; dennoch Erhalt der Eigenständigkeit,

1945

Kriegsgefangenen- und Heimkehrerhilfe, Notunterkünfte in Bunkern, Koordination Hoover-Speisung

1957

8. November: Umwandlung des Caritas-Sekretariats in den Caritasverband für die Gesamtgemeinde Groß-Stuttgart

1965

Hilfen für Wohnungslose und ältere Menschen im Johannes-Straubinger-Haus, Eröffnung Psychologische Beratungsstelle für Eltern seelisch erkrankter Kinder, Eröffnung Beschützende Werkstatt für Menschen mit Behinderung

1972

Umwandlung Name in „Caritasverband für Stuttgart e.V.“

1982

1982 bis 84: Aufbau und Etablierung sozialpsychiatrische Dienste

1994

Start sozialpädagogische Arbeit an Schulen
Eröffnung Frauenpension als Wohnangebot für obdachlose Frauen

1999

Gründung Caritas Gemeinschafts-Stiftung

2005

September: Eröffnung Freiwilligenagentur Caleidoskop

2011

Start Projekt „Sonnenkinder“, frühe Hilfen für Familien

2015

6. September: Einzug Flüchtlinge ins Haus Martinus