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Ein Praktikum bei Angela Merkel?!

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Teilhabe bedeutet frei entscheiden zu können, wie ich wohnen oder was ich arbeiten möchte. Teilhabe bedeutet ebenso, mitzureden und mitzubestimmen wenn es um politische Themen und Entscheidungen geht. Unsere Demokratie lebt davon, dass Menschen sich einbringen.

Dass Menschen, ganz unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben oder nicht, sich engagieren für sich und andere ihre Stimme erheben. Demokratie heißt aber auch, dass die Gesellschaft und die Politik den Rahmen dafür schaffen muss, damit  Menschen dieses Recht auch nutzen können. So soll etwa das Bundesteilhabegesetz (BTHG) seit 2016 Menschen mit einer schweren Behinderung darin unterstützen, dass sie leichter wählen können, wie und wo sie leben möchten und auch mehr Möglichkeiten schaffen, damit sie mitbestimmen können.
Und wie sieht das nun im Alltag von Menschen mit Behinderung aus? Im TREFFPUNKT, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung des Caritasverbandes Stuttgart, gab es deshalb eine Seminarreihe "Meine Wahl-Bundestagswahl 2017". Das Wahlrecht ist ein wesentliches Grundrecht unserer Gesellschaft, auch Menschen mit Behinderung müssen die Möglichkeit haben, am politischen Leben teilzunehmen. Dazu gehört neben dem Zugang zu Informationen auch die Befähigung der Menschen, sich ihre Meinung zu bilden und sie zu stärken, ihre Anliegen als Experten in eigener Sache zu vertreten

So entstand im TREFFPUNKT die Seminarreihe "Meine Wahl-Bundestagswahl 2017", bei der es viele Informationen und Arbeitsmaterialien, aufgearbeitet in leichter Sprache, rund um das Thema gab.

Was ist Politik? Was hat das mit mir zu tun? Welche Themen interessieren mich besonders? Welche Gesetze sind für mich wichtig? Was ist der Bundestag? Welche Parteien gibt es? Mit diesen Fragen und vielen mehr haben sich die 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer seit Mai beschäftigt. Die Seminarreihe stand unter dem Motto "Politik einfach vermittelt" und wurde von Birgit Körner aus dem TREFFPUNKT geleitet. Die Gruppe hat in Kleingruppen gearbeitet, im Plenum diskutiert, und sich über das Thema Politik in Übungen und Rollenspielen einen Überblick verschafft.

In der Woche vor der Podiumsdiskussion gab es für alle Interessierte aus den NTW zusätzlich eine Veranstaltung, die von Capito Stuttgart, ein Geschäftszweig der 1 a Zugangs Beratungsgesellschaft, geleitet wurde. Sie gab einen Überblick über die Parteien und viele Informationen zum Wahlrecht. Dabei wurden auch die Fragen und Anliegen der Beschäftigten an die Politik gesammelt, die an der Podiumsdiskussion gestellt wurden.

Caritasvorstand Raphael von Deym begrüßte die Gäste in den Neckartalwerkstätten. Vor der Diskussion gab es eine Führung durch die Neckartalwerkstätten. Jeder der Werkstatt-Führer hatte Gelegenheit, seinen Arbeitsplatz zu zeigen und mit den Kandidaten ganz persönlich ins Gespräch zu kommen. Die Gäste waren sehr beeindruckt und erhielten einen ganz besonderen Einblick in die Lebenswelt von Menschen mit Behinderung.

Auf dem Podium diskutierten im Anschluss daran Bundestagskandidatinnen und Kandidaten der derzeit im Bundestag vertretenen Parteien: Karin Maag und Dr. Stefan Kaufmann (CDU), Ute Vogt (SPD), Dr. Anna Christmann (Bündnis90/die Grünen) und Filippo Capezzone (Kreisvorstand DIE LINKE) standen den Beschäftigten der NTW Rede und Antwort.

Renate Betzwieser von der 1 a Zugang Beratungsgesellschaft mbH übernahm die Moderation. Und sie war der Wächter über die roten und grünen Karten, die hochgehalten wurden, wenn etwas unverständlich war. Die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes, bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum, Arbeitsplätze in Unternehmen und die Flüchtlingskrise waren Themen, zu denen die Kandidatinnen und Kandidaten ihre Position vertraten. Dabei eröffneten sich auch neue Perspektiven: Auch Parteien sind Arbeitsgeber und warum nicht in den Wahlbüros Praktika- und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung einrichten? Eine Chance für die NTW.

Weitere Fragen aus dem Publikum zum Abgasskandal, zu hohen Nebenkosten, die über die Grundsicherung nicht beglichen werden, die lange Dauer bei der Umsetzung von Gesetzen und Beschlüssen bis hin zur Frage, was kann die Politik für den Frieden in unserer Welt tun waren spannende Themen.

Und ganz praktische Wünsche wurden ebenso geäußert: "Ich würde gerne ein Praktikum bei Angela Merkel machen - sagte eine Teilnehmerin bei der Podiumsdiskussion in den Neckartalwerkstätten.Nach der Podiumsdiskussion waren alle motiviert: wir gehen wählen! Und die Bundestagskandidaten konnten viel von dem Gehörten und Erlebten, den Einblicken in die Lebenswelt von Menschen mit Behinderung mitnehmen.

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1917

5. Juni: Auftrag zur Errichtung eines Caritassekretariats für Stuttgart durch Bischof Paul Wilhelm von Keppler

1933

Bis 1933: Auskunftsstelle für deutsche Auswanderer, Beginn der Jugendfürsorge, Sammlungen für Arbeitslose.
Ab 1933: Caritas im Zuge der Gleichschaltung als Teil der nationalsozialistisch organisierten Volkswohlfahrt; dennoch Erhalt der Eigenständigkeit,

1945

Kriegsgefangenen- und Heimkehrerhilfe, Notunterkünfte in Bunkern, Koordination Hoover-Speisung

1957

8. November: Umwandlung des Caritas-Sekretariats in den Caritasverband für die Gesamtgemeinde Groß-Stuttgart

1965

Hilfen für Wohnungslose und ältere Menschen im Johannes-Straubinger-Haus, Eröffnung Psychologische Beratungsstelle für Eltern seelisch erkrankter Kinder, Eröffnung Beschützende Werkstatt für Menschen mit Behinderung

1972

Umwandlung Name in „Caritasverband für Stuttgart e.V.“

1982

1982 bis 84: Aufbau und Etablierung sozialpsychiatrische Dienste

1994

Start sozialpädagogische Arbeit an Schulen
Eröffnung Frauenpension als Wohnangebot für obdachlose Frauen

1999

Gründung Caritas Gemeinschafts-Stiftung

2005

September: Eröffnung Freiwilligenagentur Caleidoskop

2011

Start Projekt „Sonnenkinder“, frühe Hilfen für Familien

2015

6. September: Einzug Flüchtlinge ins Haus Martinus