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Damit die Fremde zu Heimat wird

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Seit über 70 Jahren kümmert sich der Caritasverband für Stuttgart um Flüchtlinge und Migranten.

 

Das Engagement des Stuttgarter Caritasverbands für Flüchtlinge beginnt nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 11. März 1946 konstituiert sich auf Initiative des Caritasverbands beim Innenministerium der Hauptausschuss für Flüchtlingshilfe. Hilfe zur Selbsthilfe ist in der Arbeit mit den Flüchtlingen vor Ort ein wichtiges Thema. Untergebracht sind viele Flüchtlinge – wie zahlreiche Wohnungslose auch – in den ehemaligen Luftschutzbunkern unter der Stadt.

In den nachfolgenden Jahrzehnten spielen Flüchtlinge in der Arbeit der Caritas zunächst aber kaum mehr eine Rolle. Bis zum Jahr 1986, als die Stadt Stuttgart über den so genannten Königsteiner Schlüssel erstmals Flüchtlinge zugewiesen bekommt. Durch den Krieg auf dem Balkan gibt es in den folgenden Jahren immer mehr Menschen, die ihre Heimatländer verlassen – und auch in Stuttgart stranden. Sich kümmern um die Menschen, die Krieg, Terror und Gewalt aus ihren Heimatländern vertreiben: Für Fritz Weller, Leiter des Bereichs Migration und Integration des Caritasverbands für Stuttgart, ist das nicht nur ein Job, sondern eine Herzensangelegenheit, wie er sagt. Deshalb hält er es für extrem wichtig, an dem Thema dran zu bleiben, das Wissen und Know-how auf dem Gebiet kontinuierlich auszubauen.

Auch, als ab Mitte der 2000er kaum mehr Flüchtlinge in Stuttgart ankommen. Wie notwendig und richtig das gewesen ist, zeigt sich, als 2013 die Zahl der Flüchtlinge wieder deutlich ansteigt. Die Kriege vor allem in Syrien, Afghanistan und mehreren afrikanischen Ländern zwingen immer mehr Menschen zur Flucht. Weitere zwei Jahre später, in der Nacht auf den 6. September 2015, ist es der Caritasverband, der die Kohlen aus dem Feuer holt: Als klar ist, dass im Laufe der Nacht hunderte Flüchtlinge mit Zügen in Stuttgart landen werden, reagiert der neue Vorstand Uwe Hardt sofort. Innerhalb weniger Stunden wird das leerstehende Altenpflegeheim Haus Martinus, das einem Neubau weichen soll, zur Flüchtlingsunterkunft.

Zunächst bekommen 130 Menschen auf diese Weise rasch eine Bleibe. Über ein Jahr lang bleibt das Haus kommunale Flüchtlingsunterkunft. Durchschnittlich mehr als 300 Menschen aus verschiedensten Ländern haben dort ein Zuhause auf Zeit. Und nicht nur im Haus Martinus betreuen die Mitarbeiter der Caritas Asylsuchende: In rund 30 Unterkünften in der Stadt sind sie tätig, sie kümmern sich um insgesamt 3.000 Menschen. Die Caritas ist damit der größte Träger der Flüchtlingshilfe bundesweit. Und noch etwas ist besonders: In den dezentralen Unterkünften sind die Caritas-Mitarbeiter nicht nur klassisch als Sozialarbeiter tätig, sondern sie leiten die Einrichtungen auch.

 

Aus Caritas vor Ort 01/2017

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1917

5. Juni: Auftrag zur Errichtung eines Caritassekretariats für Stuttgart durch Bischof Paul Wilhelm von Keppler

1933

Bis 1933: Auskunftsstelle für deutsche Auswanderer, Beginn der Jugendfürsorge, Sammlungen für Arbeitslose.
Ab 1933: Caritas im Zuge der Gleichschaltung als Teil der nationalsozialistisch organisierten Volkswohlfahrt; dennoch Erhalt der Eigenständigkeit,

1945

Kriegsgefangenen- und Heimkehrerhilfe, Notunterkünfte in Bunkern, Koordination Hoover-Speisung

1957

8. November: Umwandlung des Caritas-Sekretariats in den Caritasverband für die Gesamtgemeinde Groß-Stuttgart

1965

Hilfen für Wohnungslose und ältere Menschen im Johannes-Straubinger-Haus, Eröffnung Psychologische Beratungsstelle für Eltern seelisch erkrankter Kinder, Eröffnung Beschützende Werkstatt für Menschen mit Behinderung

1972

Umwandlung Name in „Caritasverband für Stuttgart e.V.“

1982

1982 bis 84: Aufbau und Etablierung sozialpsychiatrische Dienste

1994

Start sozialpädagogische Arbeit an Schulen
Eröffnung Frauenpension als Wohnangebot für obdachlose Frauen

1999

Gründung Caritas Gemeinschafts-Stiftung

2005

September: Eröffnung Freiwilligenagentur Caleidoskop

2011

Start Projekt „Sonnenkinder“, frühe Hilfen für Familien

2015

6. September: Einzug Flüchtlinge ins Haus Martinus