Aktuelles und Presse

40 Jahre Neckartalwerkstätten

Presse Erstellt von Sabine Reichle

Jubiläum im Jubiläum - Im Geburtstagsjahr des Caritasverbandes für Stuttgart e.V. feiern die Neckartalwerkstätten ihr 40-jähriges Bestehen

Die Caritas begrüßte beim Sommerfest zum 40. Geburtstag der Neckartalwerkstätten auch Gäste aus Kirche und Politik. Auf dem Bild von links: Vorstand Uwe Hardt, Werkstattleiter Gerhard Sohst, Bereichsleiter Arbeit Edgar Heimerdinger, Peter Beier, Bezirksvorstand Obertürkheim, Pfarrer und stellvertretender Stadtdekan Matthias Haas, der Hedelfinger Pfarrer Andreas Gälle, Festredner Walter Tattermusch und Kai Freier, Bezirksvorstand Stuttgart-Hedelfingen.

Es war bunt, es war fröhlich und es zeigte vor allem, welch große Bedeutung Arbeit für Menschen mit Behinderung hat, weil sie ein Stück Teilhabe ist: das Sommerfest der Neckartalwerkstätten, Werkstatt für Menschen mit Behinderung des Caritasverbandes für Stuttgart, das am Samstag auf dem Gelände der Werkstatt gefeiert wurde. Grund für das große Fest war das 40-jährige Bestehen der Neckartalwerkstätten, die damit sozusagen ein Jubiläum im Jubiläum feierten. Denn der Caritasverband für Stuttgart e.V. begeht in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag.


Das tun, was andere auch tun können. Darum geht es beim Stichwort Teilhabe, betonte Caritas-Vorstand Uwe Hardt. Das bedeute unter anderem eben auch, arbeiten zu können. Dafür, Menschen mit Beeinträchtigungen dabei zu unterstützen, setze sich der Verband seit Jahrzehnten ein. Bereits im März 1965 eröffnete der Caritasverband für Stuttgart e.V. in der Schwabstraße in Stuttgart-West die Beschützende Werkstatt für Behinderte. Im Juni 1977 dann zogen die Werkstätten nach Stuttgart-Hedelfingen, ihren jetzigen Standort. Daneben, sagte Hardt, bieten Integrationsunternehmen wie die CAP-Lebensmittelmärkte Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen und es gibt für sie ausgelagerte Arbeitsgruppen in „normalen“ Unternehmen.


Sehr freute sich Hardt und Gerhard Sohst, der Leiter der Neckartalwerkstätten, dass zum Fest auch die Bezirksvorstände Peter Beier (Obertürkheim) und Kai Freier (Hedelfingen) kamen.
Das Thema „Beschützen“ griff Pfarrer und stellvertretender Stadtdekan Matthias Haas beim Festgottesdienst auf, der das Sommerfest einleitete. Dafür brachte Pfarrer Haas eine Reihe verschiedener Schirme mit und verdeutlichte, wofür diese in den Werkstätten stehen: für eine Begleitung von Menschen, denen es durch eine gezielte Förderung gelingt, ihre Fähigkeiten einzusetzen und weiterzuentwickeln. Denn genau darum geht es in den Neckartalwerkstätten, wo aktuell rund 350 Menschen mit Leistungseinschränkungen, begleitet von 82 Caritas-Beschäftigten, im Produktions- und Dienstleistungsbereich arbeiten: in einem behüteten Rahmen differenzierte Arbeitsangebote innerhalb und auch außerhalb der Werkstatt zu schaffen, um Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Wie wichtig das ist, unterstrich Festredner Walter Tattermusch, ehemaliger Leiter des Sozialamts in Stuttgart und nun ehrenamtlicher Beauftragter der Stadt für die Belange von Menschen mit Behinderung. Stärker in den Fokus rücken, sagte er, müsse das Recht von Menschen mit Behinderung auf Arbeit. Dieses umzusetzen, sei die große Aufgabe der Politik und des Gesetzgebers, die dafür den intensiven Austausch mit den Betroffenen selbst, mit Angehörigen und Trägern entsprechender Angebote suchen müssten. Gleichwohl, betonte Werkstattleiter Gerhard Sohst, sei es ein noch ein langer Weg hin zu einem inklusiven Arbeitsmarkt.


Um zu zeigen, was die Menschen mit Behinderung in den Werkstätten alles leisten, öffnete die Werkstatt am Samstag ihre Türen. Dahinter zu sehen gab es für die zahleichen Besucher nicht nur die Produktionsstätten, sondern unter anderem zwei Ausstellungen: eine mit dem Titel „Menschen bei der Arbeit“, die den Werkstattalltag in Schwarz-Weiß-Fotografien dokumentiert. Und nicht zuletzt die Wanderausstellung „100 Jahre Caritasverband für Stuttgart e.V.“, die im Laufe dieses Jahres an verschiedenen Standorten in Wort und Bildern das Entstehen des Verbandes und die Bereiche seiner Arbeit für die Menschen in Stuttgart zeigt. Daneben gab es unter anderem Musik, Theater, einen Flohmarkt und Spiele für die kleinen Besucher.


Mehr Informationen zum Caritasverband für Stuttgart e.V. und seine Aktivitäten rund ums Jubiläum gibt es unter www.100jahre-caritas-stuttgart.de

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1917

5. Juni: Auftrag zur Errichtung eines Caritassekretariats für Stuttgart durch Bischof Paul Wilhelm von Keppler

1933

Bis 1933: Auskunftsstelle für deutsche Auswanderer, Beginn der Jugendfürsorge, Sammlungen für Arbeitslose.
Ab 1933: Caritas im Zuge der Gleichschaltung als Teil der nationalsozialistisch organisierten Volkswohlfahrt; dennoch Erhalt der Eigenständigkeit,

1945

Kriegsgefangenen- und Heimkehrerhilfe, Notunterkünfte in Bunkern, Koordination Hoover-Speisung

1957

8. November: Umwandlung des Caritas-Sekretariats in den Caritasverband für die Gesamtgemeinde Groß-Stuttgart

1965

Hilfen für Wohnungslose und ältere Menschen im Johannes-Straubinger-Haus, Eröffnung Psychologische Beratungsstelle für Eltern seelisch erkrankter Kinder, Eröffnung Beschützende Werkstatt für Menschen mit Behinderung

1972

Umwandlung Name in „Caritasverband für Stuttgart e.V.“

1982

1982 bis 84: Aufbau und Etablierung sozialpsychiatrische Dienste

1994

Start sozialpädagogische Arbeit an Schulen
Eröffnung Frauenpension als Wohnangebot für obdachlose Frauen

1999

Gründung Caritas Gemeinschafts-Stiftung

2005

September: Eröffnung Freiwilligenagentur Caleidoskop

2011

Start Projekt „Sonnenkinder“, frühe Hilfen für Familien

2015

6. September: Einzug Flüchtlinge ins Haus Martinus