Aktuelles und Presse

100 Jahre Caritasarbeit in Stuttgart

Presse

100 Jahre Eintreten für Gerechtigkeit

Das Jahr 2017 ist für den Caritasverband für Stuttgart e.V. ein besonderes Jahr. Seit 100 Jahren engagieren sich unter dem Dach des Caritasverbandes Frauen und Männer in Stuttgart dafür, dass die Lebensbedingungen der Menschen verbessert werden. Sie treten ein für eine gerechte, tolerante, offene, soziale Stadt und kümmern sich um die Menschen und ihre Lebensumstände.

Das Eintreten für Gerechtigkeit, der Kampf für Menschen, die es im Leben schwer haben: Das hatte und hat beim Caritasverband für Stuttgart e.V. stets viele Facetten: ob in der Hilfe für Menschen mit Behinderung, in der Jugendarbeit, beim Einsatz für Flüchtlinge, in der Arbeit mit Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden, oder in der Hilfe für diejenigen, die keine Bleibe haben. Gerade letzterer Bereich ist derzeit so brisant wie nie: Wohnraum zu finden, ist in Stuttgart ein großes Problem, das Angebot ist begrenzt, die Preise klettern in unerschwingliche Höhen. Aufgabe des Caritasverbandes ist es hier, sich politisch Gehör zu verschaffen und sich einzumischen in die Pläne der Stadt. Ganz konkrete Hilfe leistet die Caritas bereits mit eigenen Projekten. So gibt es diverse Unterkunftsmöglichkeiten für Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, und Wohnmöglichkeiten für Klientinnen und Klienten, die nicht in der Lage sind, einen eigenen Haushalt zu führen. Ziel ist es, diese Angebote weiter auszubauen. Einen Beitrag dazu leistet die Caritas Gemeinschafts-Stiftung, die weiteren sozialen Wohnraum schafft. So wurde unlängst die Frauenpension in Bad Cannstatt saniert. Zudem baut die Stiftung aktuell 14 Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen und 15 Wohnungen für Menschen mit Behinderungen.

Trotz ihrer 100-jährigen Geschichte ist die Caritas in Stuttgart nach wie vor frisch und innovativ.  Eines ihrer neuesten Projekte ist OMID, was auf Persisch „Hoffnung“ bedeutet und bislang in ganz Deutschland ein einmaliges Projekt ist. Schätzungen zufolge sind etwa 40 Prozent aller Flüchtlinge, die es nach Europa schaffen, traumatisiert. Oft müssen diese Menschen bis zu einem Jahr warten, bis sie psychotherapeutische Hilfe erhalten. OMID ist schneller: Spätestens vier Wochen nach ihrer Ankunft hier in Stuttgart bekommen traumatisierte Flüchtlinge Hilfe, indem sich Fachkräfte des Verbandes und Psychologen um sie kümmern. So erhalten sie rasch Gelegenheit, über schreckliche Erlebnisse zu sprechen und sie bekommen das Gefühl, dass jemand für sie da ist.

Für Menschen da sein, ihre Bedürfnisse wahrnehmen und gemeinsam nach Lösungen suchen: Darum geht es auch bei ZOS, einem Projekt, das nach dreijähriger Implementierungsphase in diesem Jahr seinen Abschluss findet. Die Zieloffene Suchtarbeit – ZOS eben – richtet sich an Menschen mit einer Suchterkrankung, für die Abstinenz kein realistisches Ziel ist. Mit ihnen wird an einer Veränderung ihres Suchtverhaltens und damit einer Verbesserung ihrer Situation gearbeitet. Die Hoffnung des Caritasverbandes ist es, durch die Überwindung des Abstinenzgebots mehr suchtkranke Menschen zu erreichen als bisher. Mehr Menschen, denen geholfen werden kann.

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1917

5. Juni: Auftrag zur Errichtung eines Caritassekretariats für Stuttgart durch Bischof Paul Wilhelm von Keppler

1933

Bis 1933: Auskunftsstelle für deutsche Auswanderer, Beginn der Jugendfürsorge, Sammlungen für Arbeitslose.
Ab 1933: Caritas im Zuge der Gleichschaltung als Teil der nationalsozialistisch organisierten Volkswohlfahrt; dennoch Erhalt der Eigenständigkeit,

1945

Kriegsgefangenen- und Heimkehrerhilfe, Notunterkünfte in Bunkern, Koordination Hoover-Speisung

1957

8. November: Umwandlung des Caritas-Sekretariats in den Caritasverband für die Gesamtgemeinde Groß-Stuttgart

1965

Hilfen für Wohnungslose und ältere Menschen im Johannes-Straubinger-Haus, Eröffnung Psychologische Beratungsstelle für Eltern seelisch erkrankter Kinder, Eröffnung Beschützende Werkstatt für Menschen mit Behinderung

1972

Umwandlung Name in „Caritasverband für Stuttgart e.V.“

1982

1982 bis 84: Aufbau und Etablierung sozialpsychiatrische Dienste

1994

Start sozialpädagogische Arbeit an Schulen
Eröffnung Frauenpension als Wohnangebot für obdachlose Frauen

1999

Gründung Caritas Gemeinschafts-Stiftung

2005

September: Eröffnung Freiwilligenagentur Caleidoskop

2011

Start Projekt „Sonnenkinder“, frühe Hilfen für Familien

2015

6. September: Einzug Flüchtlinge ins Haus Martinus