Gut betreut wohnen

Ängste vor dem Alleinsein, das Unvermögen, die eigenen vier Wände in einem wohnfähigen Zustand zu erhalten, Konflikte mit den Nachbarn: Menschen mit psychischen Erkrankungen oder mit Suchtproblemen ist es oftmals nicht möglich, ohne Hilfe einen eigenen Haushalt zu führen. Mit dem Wohnverbund für psychisch kranke Menschen und dem Wohnverbund Sucht bietet der Caritasverband Betroffenen viele Möglichkeiten – von der Betreuung im eigenen Wohnraum bis hin zum betreuten Wohnen in einer Wohngemeinschaft. Dabei geht es stets darum, die individuell passende Wohnform zu finden und für die Menschen ein geeignetes Lebensumfeld zu schaffen.

Betreutes Wohnen


Betreutes Wohnen

Versorgung vor Ort

1982 startet der Caritasverband für Stuttgart zusammen mit der Evangelischen Gesellschaft ein Modellprogramm, das es ermöglichen soll, psychisch kranke Menschen ambulant in ihrem eigenen Umfeld zu betreuen. Vorausgegangen war die Kritik an den Zuständen in psychiatrischen Kliniken und der Mangel an Möglichkeiten der ambulanten Versorgung für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Nach und nach entstehen so die Bausteine, die die sozialpsychiatrischen Hilfen der Caritas in Stuttgart heute ausmachen: verschiedene Möglichkeiten des Wohnens, Beschäftigungsangebote, die den Betroffenen eine für sie so wichtige Tagesstruktur bieten, und Hilfen zur Gewährleistung psychiatrischer Behandlung.


"Sleep Inn" in Stuttgart

Hilfen zum Überleben geben

In den 1990er Jahren hat Stuttgart eine sehr große offene Drogenszene. Aus der Wohnungsnotfallhilfe heraus entstehen Wohnangebote für Drogenabhängige – wie das Sleep Inn. In dem Aufnahmehaus in der Hauptstätter Straße bekommen Betroffene schnell und unkompliziert Hilfe: einen Platz zum Schlafen und Unterstützung bei der Planung, wie es weitergehen soll. Die Caritas bietet diesbezüglich mittlerweile eine breite Palette an Hilfen. Begleitung und Behandlung, stationäre und ambulante Angebote für Menschen, die alkoholabhängig sind oder illegale Drogen konsumieren, oder solche, die abstinent leben, gehen auf die Wünsche und individuellen Bedürfnisse der Klienten ein.


Beschäftigungsangebote

Viel mehr als suchtverlängernd

Heftig umstritten ist die Caritas Anfang der 1990er Jahre, als sie beginnt, im Café Maus die Ersatzdroge Methadon an Drogenabhängige auszugeben. Doch die Substitution verhindert das Abrutschen von Drogenabhängigen in die Beschaffungskriminalität und Prostitution und vermindert das körperliche und seelische Elend der Abhängigen. Damit ist sie längst nicht nur suchtverlängernd, wie Kritiker argumentieren. Was vor über 20 Jahren im Café Maus begonnen hat, führt die Caritas heute in der Substitutionsambulanz fort. Abhängige bekommen dort nicht nur ihren Drogenersatz, sondern werden unter anderem auch fachärztlich betreut sowie in Entzug und Therapien vermittelt.

1917

5. Juni: Auftrag zur Errichtung eines Caritassekretariats für Stuttgart durch Bischof Paul Wilhelm von Keppler

1933

Bis 1933: Auskunftsstelle für deutsche Auswanderer, Beginn der Jugendfürsorge, Sammlungen für Arbeitslose.
Ab 1933: Caritas im Zuge der Gleichschaltung als Teil der nationalsozialistisch organisierten Volkswohlfahrt; dennoch Erhalt der Eigenständigkeit,

1945

Kriegsgefangenen- und Heimkehrerhilfe, Notunterkünfte in Bunkern, Koordination Hoover-Speisung

1957

8. November: Umwandlung des Caritas-Sekretariats in den Caritasverband für die Gesamtgemeinde Groß-Stuttgart

1965

Hilfen für Wohnungslose und ältere Menschen im Johannes-Straubinger-Haus, Eröffnung Psychologische Beratungsstelle für Eltern seelisch erkrankter Kinder, Eröffnung Beschützende Werkstatt für Menschen mit Behinderung

1972

Umwandlung Name in „Caritasverband für Stuttgart e.V.“

1982

1982 bis 84: Aufbau und Etablierung sozialpsychiatrische Dienste

1994

Start sozialpädagogische Arbeit an Schulen
Eröffnung Frauenpension als Wohnangebot für obdachlose Frauen

1999

Gründung Caritas Gemeinschafts-Stiftung

2005

September: Eröffnung Freiwilligenagentur Caleidoskop

2011

Start Projekt „Sonnenkinder“, frühe Hilfen für Familien

2015

6. September: Einzug Flüchtlinge ins Haus Martinus